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William Quinn

William Quinn erwarb seinen Bachelor of Fine Arts von der Washington University in St. Louis im Jahre 1953, gefolgt von einem Master of Fine Arts von der University of Illinois.

Quinns Liebesaffäre mit Europa nahm bereits 1957 ihren Anfang, als er von der Universität ein Miliken Reisestipendium erhielt, welches ihm einen einjährigen Aufenthalt in Rom ermöglichte. Später verbrachte er längere Zeit in Griechenland (1963) und Paris (1982), und auch oft seine ganzen Sommer beim Malen irgendwo in Europa. Schließlich ließ er sich ganz in Europa nieder, zuerst im belgischen Brügge, später in Vence in Südfrankreich.

Beeinflusst einerseits von seinen Erfahrungen in Europa, andererseits vom Abstrakten Expressionismus, welcher damals von Jackson Pollock, Willem de Kooning und Robert Motherwell in New York vertreten wurde, synthetisierte Quinn Elemente des europäischen Modernismus mit dem „Action Painting“ - einem Stil einiger der abstrakten Expressionisten, der Kunstwerke mehr als Prozess denn als Produkt begriff.

Quinn lehrte 33 Jahre lang an der Washington University in St. Louis, wo kurz zuvor noch die bedeutenden Expressionisten Max Beckmann und Phillip Guston unterrichtet hatten. Diese Position ermöglichte ihm auch einen ständigen Dialog mit europäischen und amerikanischen Malern über die jeweils aktuellen Strömungen und Themen der zeitgenössischen Kunst.

In seiner „Europäischen Periode“ zog Quinn dann alle Register: Seine Gemälde sind großflächig und kühn, oft geprägt von den überraschenden Farbkombinationen, welche immer ein besonders anziehender Aspekt seiner Arbeiten war. Viele seiner jüngeren Arbeiten leben von der Spannung zwischen einer weißen Grundierung und aggressiven, kontrastreichen Flächen. Andere weisen lineare Strukturen auf, die scheinbar „reale“ Räume bilden – aber dann stürzen die Linien auf die Oberfläche zurück und betonen die Zweidimensionalität der Gemälde, dabei manchmal auch Landschaften oder gegenständliche Elemente andeutend.